EUR-Lex (eur-lex.europa.eu) ist die Primärquelle für EU-Gesetzgebung. Es deckt Verordnungen (direkt anwendbar in allen Mitgliedstaaten), Richtlinien (nationale Umsetzung erforderlich), Beschlüsse, Empfehlungen und andere Rechtsakte ab. Dokumente sind in allen 24 offiziellen EU-Sprachen verfügbar, mit CELEX-Nummern als eindeutige Identifikatoren für jedes Dokument im System.
EUR-Lex organisiert Gesetzgebung thematisch über 20 Verzeichniscodes. Schlüsselbereiche für dokumentenintensive Rechtsarbeit: Verzeichnis 13 (Industriepolitik und Binnenmarkt), Verzeichnis 15 (Umwelt, Verbraucher und Gesundheitsschutz) und Verzeichnis 16 (Wissenschaft, Information, Bildung und Kultur). Die Datenbank bietet auch Zugang zu konsolidierten Fassungen, inoffizielle aber praktisch unverzichtbare Versionen, die alle Änderungen in ein einziges lesbares Dokument integrieren.
Für Schweizer Rechtspraktiker ist EUR-Lex unverzichtbar, weil viele Schweizer Regulierungen bewusst an EU-Recht angeglichen sind. Das FADP spiegelt die DSGVO; Schweizer Finanzmarktregulierung folgt MiFID II und MiCA; Produkthaftungs- und Sicherheitsstandards referenzieren EU-Richtlinien. Die bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU (Bilaterale I und II) übernehmen explizit spezifische EU-Richtlinien, was EUR-Lex zur massgebenden Quelle für die referenzierten Bestimmungen macht. Bei der Erstellung grenzüberschreitender Verträge oder Regulierungsberatung ist das Verständnis des zugrundeliegenden EU-Instruments unerlässlich.
DocIQ Sphere integriert EUR-Lex als eine von sechs Rechtsrecherche-Datenbanken. Suchen Sie EU-Verordnungen und -Richtlinien neben Schweizer Bundesrecht aus Fedlex. Bei der Prüfung von Verträgen mit EU-Bezug (GDPR-Datenverarbeitungsverträge, grenzüberschreitende Vertriebsverträge, regulatorische Angleichungsbestimmungen) ruft Sphere Zitate aus Schweizer und EU-Quellen in einer einheitlichen Oberfläche ab. CELEX-Dokumentreferenzen werden aufgelöst und mit der offiziellen EUR-Lex-Publikation verlinkt.